CSR Tag

von Harald Reisinger
am 28 September 2010

Das war der CSR Tag 2010

 

Am 24. September 2010 veranstaltete respACT - austrian business council for sustainable development in den Räumlichkeiten der OMV den fünften österreichischen CSR-Tag. Inhaltlicher Schwerpunkt war die Präsentation der „Vision 2050", die von 29 global tätigen Unternehmen unter Mitwirkung des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) entwickelt wurde.

 

Per Sandberg, der Projektleiter von "Vision 2050" und Direktor des Programms „Die Rolle der Unternehmen” beim WBCSD, hat in seiner Key Note den rund 300 Gästen die Vision vorgesellt. Deren Kernaussage lautet: „Im Jahr 2050 leben rund 9 Milliarden Menschen gut und im Einklang mit den begrenzten Ressourcen der Erde“. Damit diese Vision Wirklichkeit werden kann, wurde auch ein grober Entwicklungspfad aufgezeigt, der nach einem turbulentem Jahrzehnt und einer Übergangszeit letztlich zur Verwirklichung der Vision bis 2050 betragen soll. Ein Stimmungsbild der Teilnehmer zeigte, dass geschätzte 60% der Anwesenden positiv und zuversichtlich waren, dass dies tatsächlich gelingen kann.

 

Der sympathische Per Sandberg hatte einen langen Arbeitstag, denn nach der Key Note war er auch noch bei zwei Podiumsdiskussionen dabei – eine mit VertreterInnen aus Politik und Zivilgesellschaft und eine mit UnternehmensvertreterInnen.  

Am Nachmittag haben 10 Anwendungsworkshops stattgefunden, in denen die Teilnehmer zu unterschiedlichen Themenfeldern diskutiert und konkrete Maßnahmen erarbeitet haben. Die Ergebnisse wurden anschließend von den Moderatoren der Workshops wiederum im Plenum präsentiert, bevor Roman Mesicek (Geschäftsführer respACT) die Veranstaltung beschloss.

 

Mein Eindruck

 

Zum Inhalt der Vision 2050

Die Vision 2050 hatte ich vor der Veranstaltung schon durchgelesen und war eher leidenschaftslos („wieder ein Papier das in den Schubladen verstaubt“) bis skeptisch, zumal einige Unternehmen die an dem Projekt mitgearbeitet haben bei mir die Alarmglocken schrillen ließen. Insbesondere deshalb, weil auch manche Ziele und Maßnahmen die im Entwicklungspfad zu lesen sind deren Handschrift tragen – vermute ich zumindest. So steht z.B., dass die Produktivität der Landwirtschaft jährlich dramatisch gesteigert werden muss und dass dafür Saatgut entwickelt werden müsse, welches die Erträge pro eingesetzter Wasser- und Nährstoffmenge steigern und Schädlinge und Krankheiten abhalten kann. Für diesen Punkt wird sich wohl der Vertreter von Syngenta als CO Vorsitzender des Projektes Vision 2050 eingesetzt haben. Gut gefunden habe ich, dass bei der Podiumsdiskussion auch kritische Stimmen zu Wort gekommen sind. So hat etwa Petra Kreinecker von NeSoVe genau diesen Punkt der angestrebten „Grünen Revolution“ in der Landwirtschaft kritisch bewertet und vorgeschlagen, den Hebel zur Bekämpfung von Hunger beim Ernährungsverhalten der Menschen (weniger Fleisch) und bei der Verteilung von Lebensmitteln anzusetzen.

 

Zum Vormittag

Die Präsentation der Vision 2050 durch Per Sandburg hätte besser nicht sein können. Er hat die Vision und den dahinterstehenden Prozess wirklich sehr interessant, leidenschaftlich und kurzweilig präsentiert. Ich hatte das Gefühl, dass der Funke zum Publikum gut übergesprungen ist und dass viele Teilnehmer positiv aufgeladen in den Nachmittag gegangen sind. Dazu haben meines Erachtens auch die Podiumsdiskussionen beigetragen, die sehr ansprechend waren. Interessante Leute haben interessante Dinge erzählt. So soll es sein.  

 

Zum Nachmittag

Zu den Gruppenworkshops kann ich kein pauschales Urteil fällen, weil ich natürlich nur in einem der Workshops dabei sein konnte – und zwar in dem zum Thema Rohstoffe. Diesen durfte ich gemeinsam mit meiner Kollegin Stefanie Gründl moderieren. Ob die Moderation OK war obliegt mir nicht zu beurteilen, die Referate und die anschließende Diskussion in 3 Kleingruppen waren jedenfalls informativ.

In den Schlussworten hat Roman Mesicek seinem Team gedankt. Dazu hatte er guten Grund, denn die Veranstaltung war sehr gut organisiert und auch vom Setting spannend. Großes Lob dem Veranstalter respACT und der OMV als Gastgeber.

Nur Romans abschließendem Appell an die Veranstaltungsgäste, schon am nächsten Tag damit anzufangen, die Welt ein Stück weit besser und nachhaltiger zu machen, kann ich mich nicht anschließen. Mein Vorschlag: jeder sollte sofort damit beginnen! Jetzt…..jetzt….jetzt...

 


 

Weiter Informationen zum CSR Tag (inkl. Präsentationen, Vision 2050, Bildergalerie usw.) finden Sie auf der Webseite von respACT.

 

 

 

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